LIVE +++ Hamsterkäufe auf Sizilianisch +++ Wie zu besten Corona-Zeiten erstmal das Toilettenpapierregal leergeräumt. Ansonsten gibt’s anbei noch einen sogenannten HAUL, die Präsentation der Ausbeute einer ausgiebigen Einkaufstour. Influencers können einpacken, wir packen gemeinsam aus. Mit dabei unter anderem 8 Kilo TK-Spinat, jeweils 7 Kilo Dosentomaten, passierte Tomaten, rote Linsen und Kichererbsen. Dazu Cleaning Products noch und nöcher, nice and shiny muss es sein an Bord, Stationery aka Bürobedarf für die Brücke, biologisch abbaubare Waschmittel (safe!), Müsliriegel in üppigen Mengen und Acqua, Acqua und nochmal Acqua. Shopping-Haul, Sea-Punks-Edition. Statt Skincare-Routine gibt’s Hülsenfrüchte und Klopapier.+++ Lebt denn der alte Holzmichel noch? +++ 2 × 20 Liter SAE 30 Motoröl eingepackt. Fließt passenderweise auch durch so manchen Traktor, damit unsere Hydraulik wieder schön geschmeidig läuft. Chief Engineer zufrieden. Auf die dicke Suppe gab’s obendrauf nochmal satte 30 Prozent Rabatt. Tags zuvor beim örtlichen Dealer für Schiffszubehör einen kleinen Blumenstrauß vorbeigebracht. B2B oder etwa nicht? Ansonsten gehe ich hier allmählich ein wenig Crash-out, deshalb im Liveticker weiterhin nur mit angezogener Handbremse unterwegs. Parallel dazu gibt es noch andere Baustellen. Haben die kein Bandmaß, was acht Meter lang ist? Kranplätze müssen verdichtet sein. Ach hör mir auf, der Holzmichel lebt, der Ticker auch.+++ Keep the fire burning +++ Auch an Land, 1.800 Kilometer von Augusta entfernt, in Almania, laufen unsere Vorbereitungen für den nächsten Einsatz auf Hochtouren. Im Mediendepartment sind wir in engem Austausch mit unserem FMC - Field Media Coordinator, der für uns während der Trainings aber v.a. im Einsatz Augen und Ohren ist und dokumentiert was passiert. Das ist nicht nur wichtig, um euch auf dem Laufenden zu halten - das ist v.a. auch wichtig, damit wir später nachweisen können, dass wir gemäß den geltenden Vorschriften und Gesetzen gehandelt haben. Soll ja vorkommen, dass das in Frage gestellt wird…+++ ANGEFUNKT VON DEN LANDRATTEN +++ Fingernägel kauend sitze ich, Steffi, vor meinem LapTop und klicke auf aktualisieren, in der Hoffnung, dass endlich wieder Post vom Schiff kommt. Ich kann und will nach drei Tagen Liveticker gar nicht mehr ohne News vom Schiff durch den Tag gehen und frage mich: WAS IST DA LOS?? Kann es sein, dass Sergio als Logistiker und Hobby-Koch doch gut ausgelastet ist und alle Hände voll zu tun hat? Oder hängt er beim lokalen Salone di parrucchiere für seinen Powertrimm?+++ Cambio di regia - Naomi (die Chefköchin) berichtet +++ Heute hatten wir unser Awareness Briefing mit der neuen Besatzung, bei der wir besprochen haben, wie wir uns gegenseitig unterstützen wollen und wie wir unser Schiff zu einem sichereren Ort für alle machen können. Keine leichte Aufgabe und kein klarer Weg vor uns, aber viele positive Gefühle und tolle, emotionale Gespräche. In einem großartigen Zeichen der Solidarität bot Sergio (euer üblicher Blogger) an, das Kochen zu übernehmen, und obwohl es anfangs etwas hektisch zuging und wir ihn nicht finden konnten (wir dachten, er hätte uns in völliger Panik im Stich gelassen), fanden wir ihn später in der Küche, wo er einige unerwartete Kochkünste an den Tag legte. Die Crew ist begeistert, und es weht eine kühle Brise. Morgen gibt es mehr für euch, aus unserer kleinen Ecke am Pier. Stay rebel, stay soft. Besitos. Jetzt mitverfolgen

Duschcontainer

Duschcontainer: Flucht geschieht nicht nur auf dem Mittelmeer

Auch auf dem Festland stranden Menschen an den europäischen Außengrenzen.

Hier angekommen werden sie unter unzumutbaren Bedingungen in Auffanglager einquartiert. Dies erfüllt nicht im Ansatz menschenwürdige Lebensbedingungen.

Würde ist hier das Stichwort.

Auf der Flucht hilft alles, was Menschen ihre Würde zurückgibt. Durch den Verein SOS Bihac, der das Lager Lipa humanitär betreut, erreichten uns Berichte über die katastrophalen hygienischen Zustände, speziell im Lager Lipa in Bosnien. Auf ca. 1000 Bewohner kommen 10 Duschmöglichkeiten. Hier musste Abhilfe geschaffen werden. Nach kurzem Brainstorming waren wir uns schnell einig, dass ein Seecontainer mit Duschen eine Lösung sein kann. Transportierbar, haltbar, einfach auszubauen.

Nach unserem Motto „Lass uns das einfach machen“ haben wir dann statt eines Seecontainers sogar einen gebrauchten Sanitärcontainer gefunden, der mit freundlicher Unterstützung durch die Seebrücke Bad Kreuznach finanziert werden konnte.

Um den Container auf die Gegebenheiten und Notwendigkeiten vor Ort anzupassen, mussten wir einige Installationen ändern.

Der Boiler wurde entfernt, da er zu langsam heizte. Um eine pausenlose Warmwasserversorgung zu sichern, wurde er durch mehrere Durchlauferhitzer ersetzt. Die Elektrische Installation wurde geprüft und abgesichert. Die maroden Mischer und Duschköpfe wurden ausgetauscht. Kirschrote Farbe war das I-Tüpfelchen bei der Aufbereitung des Containers.

Der Container ist zwanzig Fuß lang, verfügt über fünf Duschen, fünf Waschplätze sowie  Stauraum zum Lagern von Hygieneartikeln.

Wenn auch du das Gefühl hast, selbst etwas tun zu wollen, dann bist Du bei uns genau richtig. Egal ob praktisch anpacken oder am Laptop, egal ob Vereinsmitglied oder nicht, egal ob mit uns oder mit anderen NGO’s, jede*r kann ein Sea Punk sein und Dinge verändern und bewirken.

Es kann die Frage aufkommen: „Was soll ich denn schon machen? Ich kann doch nichts.“ Falsch! Genau deswegen zeigen wir Dir hier Möglichkeiten, wie du Dich einbringen kannst, um Dich mit Menschen auf der Flucht zu solidarisieren.