LIVE +++ Buon pranzo! +++ Auberginenauflauf (Melanzane) zum Mittag! Chefköchin Naomi hat hier abermals abgeliefert. Gegessen wird zwar, was auf den Tisch kommt, aber wenn die Glocke zum Mittag läutet, stehen die Leute schon Schlange. Und weil das Auge bekanntlich mitisst, lassen wir noch etwas Anschauungsmaterial da. Das Rezept zum Nachkochen gibt’s auf Nachfrage per DM. Buon appetito!+++ Molly is in the air +++ Nach den gestrigen Trockenübungen geht’s heute in die Luft. Unser RHIB (aka MOLLY) hängt erstmals am Kran (und mittlerweile im Wasser). Für die Technikinteressierten noch ein paar Hardfacts zu der dermaßen starken Antriebsmaschine. Molly wird von einem Yamaha-Außenborder mit 70 PS angetrieben, ein richtiger Traktor. Viertakter, EFI (Electronic Fuel Injection, also elektronische Kraftstoffeinspritzung), Langschaft (für einen entsprechend hohen Bootsspiegel) und Powertrimm (elektrisch-hydraulische Verstellung des Motorwinkels für eine optimale Wasserlage). Den Powertrimm hole ich mir dann die Tage beim Barber. Seiten auf null.+++ Move your body, every everybody +++ Alle packen mit an beim Bewegen des Schiffes. Das wird erstmal in leichte Schrägstellung gebracht, um Platz zu schaffen. Die gestrigen Trockenübungen am Kran stehen heute nämlich mit dem echten RHIB (aka MOLLY), auf dem Programm. Ist jetzt nicht unbedingt wie mit der Karre aus der Parklücke zu kommen. Braucht schon ein paar Hände, um die Leinen an den richtigen Stellen zu lockern und anderswo wieder festzumachen. Im Übrigen Eiffel 65. Kein Punk, aber vermutlich bei einem Großteil der 90er-Kinder im CD-Regal vertreten. 2025 haben die italienischen Eurodancer hier während der Feierlichkeiten zu San Domenico in Augusta ein Konzert gegeben. Leider verpasst, muss aber ein richtiger Banger gewesen sein. Und im Hintergrund gibt der Ätna den Blick auf sich frei, nachdem sich der dichte Wolkenvorhang erstmals verzogen hat.+++ ÓRALE PUES +++ „Con dinero o sin dinero hago siempre lo que quiero.“ Im Hintergrund schallt mexikanische Ranchera-Musik durch die Galley. José Alfredo Jiménez, einer der ganz großen Popstars der mexikanischen Musikgeschichte, liefert hier den Soundtrack zum Abendessen. Unsere Chefköchin Naomi hat eigens Maistortillas und Chiles Chipotles mitgebracht, dazu werden reichlich schwarze Bohnen gestampft. Bohnenmus, gib ihm bös! Nicht H. P. Baxxter, sondern H. P. High Protein lässt grüßen. Buen provecho!+++ Trockenübungen unter griechischer Regie +++ Unter Anleitung unseres antifaschistischen Ausnahmeathleten aus Athen, seines Zeichens ehemaliger Spitzenbasketballer. Vor wenigen Jahren noch auf dem Weg zum Stern am griechischen Basketballolymp, mittlerweile aber eine neue Passion gefunden (good for us!). Als 1st Mate, also Erster Offizier, weist er die Crew heute ins Craning des RHIB ein. Erstmal Trockenübungen. Statt des echten RHIB hängt eine Schleifkorbtrage am Kran, um die Abläufe zu simulieren. Die Crew soll sich mit dem Kran vertraut machen, die Leinen von allen Seiten stramm halten und die Bewegungen des Krans kontrolliert mitgehen. Alles schön koordiniert, bevor es morgen ans echte Rettungsboot (RHIB AKA MOLLY) geht. Jetzt mitverfolgen

Italienische Behörden verschärfen die Behinderung der Justice Fleet: Rettungsschiff Aurora festgesetzt

Nach der Rettung von 44 Menschen, die auf der verlassenen Ölplattform Didon im Mittelmeer gestrandet waren, wird das Rettungsschiff „Aurora“ von Sea-Watch von den italienischen Behörden in Lampedusa für 45 Tage festgesetzt und mit einer Geldstrafe von 7.500 € belegt. Die Festsetzung stützt sich auf das sogenannte Piantedosi-Gesetz und die Weigerung von Sea-Watch, mit den libyschen Seebehörden zu kommunizieren. Ein aktueller UN-Bericht hat bestätigt, dass diese Teil eines Systems von Verschleppungen, sexualisierter Gewalt und Folter gegen Schutzsuchende, darunter auch Kinder, sind, das von europäischen Akteuren wie Frontex ermöglicht wird. Darüber hinaus hat die Organisation Sea-Watch nun Strafanzeige gegen die sogenannte libysche Küstenwache gestellt, als Reaktion deren Schüsse auf das Rettungsschiff Sea-Watch 5 im vergangenen Jahr.

Credits: Milad Amin / Sea-Watch

Unterdessen ist die Zahl der Todesopfer im zentralen Mittelmeer laut der Internationalen Organisation für Migration seit Jahresbeginn auf über 770 Menschen gestiegen – der höchste Stand seit einem Jahrzehnt. Diese fünfte Festsetzung eines Rettungsschiffs der Justice-Fleet-Allianz seit Dezember 2025 führt zu einer erheblichen Einschränkung der Rettungskapazitäten auf einer der tödlichsten Migrationsrouten der Welt.

„Wir verurteilen die rücksichtslose und tödliche Eskalationsstrategie der italienischen Regierung gegen nichtstaatliche Such- und Rettungsorganisationen auf Schärfste. Insbesondere angesichts von fünf Blockaden mit einer Gesamtdauer von 150 Tagen.”, sagt Wasil Schauseil, Sprecher des Bündnisses Justice Fleet. „Mit der Sea-Watch 5 und nun der Aurora werden zwei gut ausgestattete Rettungsschiffe in Italien unrechtmäßig blockiert, während Berichten zufolge allein seit dem 27. März mehr als 180 Menschen im Mittelmeer vermutlich tot oder vermisst sind – eine Folge der bewussten Politik der Vernachlässigung durch Europa.“

Die Sea-Watch 5 wurde Ende März blockiert, während die Humanity 1 nach dem 13. Februar 60 Tage lang festgehalten wurde, wodurch zwei der größten Schiffe der zivilen Flotte wochenlang daran gehindert wurden, Menschen in Seenot zu helfen. Derzeit sind beide Sea-Watch-Schiffe in italienischen Häfen blockiert.

Am 5. November 2025 hatten sich 13 Seenotrettungsorganisationen zur Allianz Justice Fleet zusammengeschlossen und ihre operative Kommunikation mit libyschen Behörden eingestellt. In zwei Fällen haben italienische Gerichte bereits zugunsten der Organisationen entschieden. In den vergangenen Jahren haben italienische Gerichte wiederholt die lebensrettende Rolle der zivilen Seenotrettung betont und klargestellt, dass die sogenannte libysche Küstenwache sowie die libysche Seenotleitstelle keine legitimen Akteure der Seenotrettung sind.


Weitere Informationen

Bilder und Videoaufnahmen der Aurora Rettung finden Sie hier.

Mehr Informationen zur Justice Fleet finden Sie hier.

Eine Liste extremer Gewalttaten durch libysche Milizen finden Sie hier.

Weitere Informationen über die Festsetzung der Aurora finden Sie auf der Sea-Watch Website unter Aktuelles.

Pressekontakt: 
Giulia Messmer
Pressesprecherin Justice Fleet
+49 1579 2485193
info@justice-fleet.org