13.05.2026. Am Montag feuerte ein Patrouillenboot der sogenannten libyschen Küstenwache mit scharfer Munition auf das Rettungsschiff Sea-Watch 5 und drohte, das Schiff zu beschlagnahmen und die 30 Besatzungsmitglieder sowie die 90 geretteten Menschen an Bord zu entführen und nach Libyen zu bringen. Dieser Angriff folgt laut der Allianz „Justice Fleet“ einem bedrohlichen Muster eskalierender Gewalt gegen humanitäre Helfer und Schutzsuchende auf See durch die von der EU unterstützten libyschen Akteure.

Credits: Leo Spartacus / Sea-Watch
Kurz nach der Rettung in internationalen Gewässern begann die sogenannte libysche Küstenwache, mit scharfer Munition auf die Sea-Watch 5 zu schießen, und drohte, das Schiff zu entern, um die Besatzung und die Überlebenden nach Libyen zu zwingen. Von zwei libyschen Patrouillenbooten verfolgt, setzte die Sea-Watch 5 zwei Mayday-Notrufe ab, da sie um die Sicherheit aller an Bord fürchtete.
Seit Jahren warnen Such- und Rettungsorganisationen vor der unmittelbare Bedrohung durch libysche Milizen, die als sogenannte Küstenwache operieren, um über das Mittelmeer flüchtende Menschen abzufangen und sie nach Libyen zurückzubringen, wo ihnen Misshandlungen und Folter drohen.
„Wir sind schockiert und entsetzt über die knallharte Rücksichtslosigkeit, mit der von Europa unterstützte Milizen auf die Besatzung und die Überlebenden an Bord eines humanitären Rettungsschiffs schießen und drohen, sie zu entführen“, sagt Wasil Schauseil, Sprecher der Justice Fleet, einem Bündnis von 14 nichtstaatlichen Such- und Rettungsorganisationen. Dieser Angriff bestätigt erneut die Entscheidung der Justice Fleet, die Einsatzkommunikation mit libyschen Akteuren im maritimen Bereich einzustellen, um die Rechtswidrigkeit ihrer Handlungen aufzudecken und unsere Besatzungen sowie die aus Seenot Geretteten zu schützen. Die Weigerung europäischer Regierungen, ihre Zusammenarbeit mit diesen Akteuren zu beenden, scheint deren lebensbedrohliches Verhalten zunehmend zu belohnen. Diese Straflosigkeit muss ein Ende haben.“
Vor einer Woche erst informierte das Bundesinnenministerium alle unter deutscher Flagge fahrenden Schiffe über ein erhöhtes Sicherheitsrisiko in internationalen Gewässern innerhalb der libyschen Such- und Rettungszone und verwies dabei auf Angriffe der sogenannten libyschen Küstenwache auf Rettungs- und Handelsschiffe. Diese Warnung erfolgte Monate, nachdem das Rettungsschiff Ocean Viking im August 2025 von denselben Akteuren angegriffen worden war, und nach Jahren systematischer Gewalt gegen Schutzsuchende. Trotzdem haben die EU und ihre Mitgliedstaaten keine politischen Konsequenzen gezogen, sondern die libyschen Seebehörden weiterhin mit Ausbildung, Ausrüstung und Finanzmitteln unterstützt.
Die Allianz „Justice Fleet“ wurde im November 2025 als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch libysche Akteure auf See gegründet. Ihre 14 Mitgliedsorganisationen beschlossen, jegliche Einsatzkommunikation mit der libyschen Rettungsleitstelle einzustellen. Die Allianz fordert ein sofortiges Ende der europäischen Zusammenarbeit mit den libyschen Seebehörden.
Zusätzliche Informationen
Mehr Informationen zur Justice Fleet finden Sie hier.
Eine Liste extremer Gewalttaten durch libysche Milizen finden Sie hier.
Videoaufnahmen der Sea-Watch 5 Rettung finden Sie hier.
Weitere Informationen über die Festsetzung der Sea-Watch 5 finden Sie auf der Sea-Watch Website unter Aktuelles.
Pressekontakt:
Wasil Schauseil
Pressesprecher Justice Fleet
+49 30 120821923
info@justice-fleet.org

