Das deutsche Rettungsschiff Trotamar III vom CompassCollective wurde nach einer Rettung von 25 Menschen aus Seenot für 45 Tage von den italienischen Behörden festgesetzt und mit einer Strafe von 10.000 Euro belegt. Nach der Sea-Watch 5, der Humanity 1 und der Aurora ist die Trotamar III das vierte zivile Rettungsschiff der Justice Fleet, das in diesem Jahr von den Behörden im Hafen festgehalten wird – während im Mittelmeer der tödlichste Jahresbeginn seit Start der Aufzeichnungen registriert wurde.

Nach einer Rettung von 25 Menschen aus einem Schlauchboot innerhalb der libyschen Seenotrettungszone wurde dem Rettungsschiff Trotamar III am 29. Juni 2026 verboten, den Hafen von Lampedusa zu verlassen. Nun belegten die italienischen Behörden das Schiff mit einem Auslaufverbot von 45 Tagen und einer Geldbuße von 10.000 Euro. Der Grund dafür: Die Crew hatte die Rettung nicht mit der sogenannten libyschen Küstenwache kommuniziert, deren gewaltvolle Pullbacks schutzsuchender Menschen vielfach belegt sind. Stattdessen handelte die Crew nach internationalem Seerecht und informierte die Leitstellen in Italien und Malta, die einen sicheren Ausschiffungsort für die Schiffbrüchigen garantieren können. „Libyen tritt die Menschenrechte mit Füssen und kann keinen Sicheren Hafen nach internationalen Konventionen bieten“, erklärt Skipper Matthias Wiedenlübbert vom CompassCollective.
„Während die Zahl der Toten im Mittelmeer steigt, werden diejenigen ausgebremst, die Menschenleben retten. Papst Leo XIV. hat auf Lampedusa daran erinnert, dass ‚die Toten in diesem Meer sowohl Opfer getroffener als auch ausgebliebener Entscheidungen‘ sind. Rettungsschiffe festzusetzen ist eine solche getroffene Entscheidung“, so Lisa Böhm, Pressesprecherin der Justice Fleet.
Die Justice Fleet
Im November 2025 gründeten 13 Seenotrettungsorganisationen gemeinsam mit einem Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen das Bündnis Justice Fleet. Ziel der Allianz ist es, das internationale Recht zu verteidigen, indem sie gegen die rechtswidrige Festsetzung von Rettungsschiffen in Italien vorgeht und die Auslagerung von Such- und Rettungsaufgaben an illegitime und gewaltbereite Akteure in Libyen anprangert.
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Lisa Böhm
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