Liebe Leute,
jetzt ist es auch uns passiert: Ende September haben italienische Behörden unsere Sea Punk I in Lampedusa festgesetzt! Wir gehen dagegen gerichtlich vor, denn wir haben nichts falsches getan. Im Gegenteil! Wir haben geltendes Völker- und Seerecht durchgesetzt und darüber hinaus unsere humanitäre Pflicht getan! Wir haben in unserem dritten Einsatz dieses Jahr 58 Menschen in Seenot gerettet und sicher an Land gebracht.
Wenn jemand regelmäßig geltendes Recht bricht, dann sind es nicht wir als zivile Seenotretter:innen, sondern europäische Staaten, die ihrer völkerrechtlich gebotenen Pflicht zur Seenotrettung seit Jahren nicht nachkommen. Sie sind es, die wissentlich jedes Jahr hunderte und mehr Tote auf der Flucht in Kauf nehmen. Und die von uns, die wir im Mittelmeer unterwegs sind, um jenen zu helfen, denen wir helfen können, mittlerweile verlangen, dass wir mit libyschen Kräften kooperieren – also mit Kräften, von denen bekannt ist, dass sie Schutzsuchende illegalerweise zurückführen an Orte, wo ihnen Gewalt, Folter und Tod drohen. Diese libyschen Kräfte werden by the way auch durch eure Steuergelder mitfinanziert: Schiffe, Equipment und Ausbildung gefördert von der EU.
Was ihr jetzt tun könnt, ist uns zur Seite stehen! Indem ihr auf unsere Festsetzung aufmerksam macht: darüber redet, unsere Social Media Beiträge teilt, uns weiterhin folgt und wenn ihr könnt, finanziell unterstützt. Denn zusätzlich zur Festsetzung droht uns auch eine Geldstrafe von 7.500 Euro. Alle Einzelheiten zur Festsetzung lest ihr weiter unten oder auf unserer Webseite. Dort erfahrt ihr auch immer die neuesten Entwicklungen unter News.
Außerdem gibt’s heute neuen Merch und einen Vorausblick, was euch die kommenden Monate noch so erwartet. Denn wir machen nahtlos weiter! Während wir vor Gericht gegen die Festsetzung vorgehen, bereiten wir parallel den vierten Einsatz für dieses Jahr vor und gehen bereits in die Einsatzplanung für 2027.
Danke für eure Aufmerksamkeit, los geht’s 👇


MERCH FÜR LINKES GESOCKS: YOUR LOVE. RAGE. SOLIDARITY.
Braucht hier jemand noch Socken? Oder nen neues Shirt? Mütze? Hoodie? Zipper? Dann schaut mal in unserem Shop vorbei, ob ihr was findet. Jedes gekaufte Teil finanziert unsere Rettungseinsätze. Sieht außerdem gut aus und zeigt eure Solidarität.
PS: Sollte das Teil eurer Wahl gerade in der Größe eurer Wahl vergriffen sein: habt kurz Geduld und schaut später nochmal vorbei. Es wird bereits eifrig nachgedruckt!


FIGHT FASCISM. SAVE LIVES. MIT DEINER DAUERSPENDE
Die Zeiten sind düster, dafür muss man nicht nach Sachsen-Anhalt schauen. Der Rechtsruck rollt seit Jahren. Lasst uns stabil bleiben und dagegenhalten, wo wir können: im Gespräch am Stammtisch gegen rechten Populismus, bei offenem Rassismus, den ihr auf der Straße miterlebt. Und was Faschisten und Rassisten auch richtig ankotzt, ist, wenn ihr uns dabei helft, Menschen, die bei der Flucht über das Mittelmeer in Seenot geraten, vor dem Tod durch Ertrinken zu retten.
Du hilfst uns mit deiner Spende am besten, wenn sie regelmäßig in kleinen Beträgen kommt – dann können wir langfristiger planen. Werde jetzt Bootschafter:in und steh an unserer Seite im Kampf für Menschenrechte und Bewegungsfreiheit für alle Menschen.
Ach und… wer noch bis Ende November Bootschafter:in wird, bekommt nicht nur grenzenlose Dankbarkeit, sondern auch ein aufnähbares Dankeschön zugeschickt.
ALLE AN BORD: LIVETICKER NOVEMBER EINSATZ
In wenigen Wochen wollen wir in den vierten Einsatz dieses Jahr fahren. Diesmal nehmen wir euch mit, per Liveticker aus dem Hafen. Was passiert genau in der Trainingswoche? Wie viel Vorbereitung fließt in so einen Einsatz? Was geht schief? Und wie lösen wir das? – Folgt uns. Den Liveblog zum Einsatz findet ihr dann auf unserer Webseite.

UNSER DRITTER EINSATZ 2026: 58 MENSCHEN GERETTET UND 1 FESTSETZUNG
Die Sea Punk I wurde festgesetzt. Sie versuchen uns zu brechen. Das schaffen sie nicht. Solidarität gewinnt immer! Was ist genau passiert? Nun… Am Donnerstag, 10. September 2026, reagierten wir auf einen Seenotfall in der Nähe der Ölplattform Bouri in internationalen Gewässern. Unsere Besatzung rettete 20 Menschen aus einem seeuntauglichen Boot aus Glasfaser. Die Insassen befanden sich bereits seit mindestens zwei Tagen auf See und litten unter lebensbedrohlicher Dehydrierung. Nach Abstimmung mit den zuständigen italienischen Behörden nahm unsere Besatzung alle Personen an Bord.

Am 23. September 2026 verhängten die italienischen Behörden eine 15-tägige Festsetzung der Sea Punk I, die wir mittlerweile schon abgesessen haben. Sowie eine Geldstrafe in Höhe von 7.500 Euro, auf Grundlage des sogenannten Piantedosi-Dekrets. Die italienischen Behörden werfen dem Kapitän der Sea Punk I vor, den Anweisungen der sogenannten libyschen Küstenwache, sich vom Seenotfall zu entfernen und das Einsatzgebiet zu verlassen, nicht Folge geleistet zu haben.
Dazu sagt Stephen Schrezenmeier, unser Einsatz-koordinierender Punk: „Während dieser Rettungsaktion gab es keinen direkten Kontakt zur sogenannten libyschen Küstenwache. Libyen ist zudem nach internationalem Seerecht kein sicherer Hafen; die Rückführung von Personen dorthin würde gegen internationales Recht verstoßen. Es besteht die Verpflichtung, Personen zu retten und in einem sicheren Hafen an Land zu bringen – genau das haben wir getan.“
Wir legen Einspruch gegen die Festsetzung und Geldstrafe ein und gehen gerichtlich dagegen vor. Ihr könnt uns helfen. Ihr könnt unsere Beiträge auf Social Media teilen. Solltet ihr Journalist:in sein – meldet euch doch bei uns unter: presse@seapunks.de
Oder ihr spendet, um uns bei der Begleichung der Geldstrafe und Gerichtskosten zu unterstützen.

Während des Einsatzes haben wir mehrere illegale Pullbacks durch die sogenannte libysche Küstenwache dokumentiert.

Und wir konnten 58 Menschen vor dem Tod durch Ertrinken bewahren. Wir wissen nicht, was jeden Einzelnen in die Flucht treibt, aber wir müssen das auch nicht, um zu wissen, dass es immer das Richtige ist, Menschen zu helfen, damit niemand auf der Flucht ertrinken muss.
Bis zum nächsten Mal.
Love & Rage
Eure Sea Punks

